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„Es macht total Spaß“

Lukas Weiss, der Dirigent der Jungen Bläserphilharmonie Ulm (JBU), und Angelina Botzenhart, Enkelin des Orchestergründers.
Foto: Jürgen Kanold

Auf die Minute pünktlich sitzen die Musikerinnen und Musiker mit ihren Instrumenten am Platz, auch das ganze Schlagwerk ist aufgestellt. 17.30 Uhr, Dirigent Lukas Weiss begrüßt kurz im Probenraum der Ulmer Musikschule und sagt die „Hymne Nr. 4“ fürs Einspielen an. Sehr professionell, diese Disziplin. Noch eine Atemübung fürs Blasorchester. Dann das erste Stück: „Guardians of Peace“, ein Konzertmarsch. „Bitte die Dynamik zurücknehmen, viel leiser werden, das ist wichtig in der Pauluskirche“, mahnt der Leiter der Jungen Bläserphilharmonie Ulm (JBU).

Pauluskirche heißt: Am Samstag (25. April, 19 Uhr) tritt dort die JBU in einem „Gemeinschaftskonzert“ mit der Stadtkapelle Ulm unter Franco Hänle auf. „Windstärke 2“ ist der Abend überschrieben, aber gemeint ist kein laues Lüftchen, sondern ein doppelt stürmisches Aufgebot an „Wind Bands“. Nacheinander werden sie ihre Qualitäten zeigen. Das gab‘s noch nie: ein vereintes Konzert dieser beiden herausragenden städtischen sinfonischen Blasorchester. „Wir wollen kein Gegeneinander, wir wollen das Miteinander, die guten Kontakte innerhalb Ulms pflegen“, sagt Weiss.

Auch ein neuer Vorstand

Der 1986 in Ulm geborene Nersinger hat vergangenen November den Taktstock von Josef Christ übernommen, der 30 Jahre lang die JBU geleitet hatte. Eine Ära ist zu Ende gegangen, und wie läuft es nach einem halben Jahr? „Es macht total Spaß, alle sind hoch motiviert, wir können auf einer wahnsinnig guten Basis aufbauen“, sagt Weiss – und meint auch den Vorstand der Jungen Bläserphilharmonie. Auch der hat sich, im Generationswechsel, neu aufgestellt: Auf Michael Leibinger folgte 2024 Patrik Schleicher als Vereinsvorsitzender. Als 2. Vorsitzender fungiert Lucas Noerpel-Schneider. Und Angelina Botzenhardt kümmert sich als 3. Vorsitzende vor allem um die Öffentlichkeitsarbeit. Sie möchte sich als erste Frau im Vorstand der JBU besonders für die Mädchen einsetzen.

Das hat seine Geschichte: Die bei Lidl in Heilbronn arbeitende Designerin ist die Enkelin des JBU-Gründers Udo Botzenhart. Das heißt, der Opa rief 1961 die Ulmer Knabenmusik ins Leben und habe sich überhaupt nicht vorstellen können, dass jemals Mädchen im Orchester spielen würden. Aber seit 2002 wirken Mädchen mit, der Name wurde 2008 geändert. Und irgendwie, sagt Angelina Botzenhart lachend, sei es eine „Strafe des Herrgotts“, dass der Opa fast nur Enkelinnen bekommen habe. Sie jedenfalls vertrete jetzt im Verein das Botzenhart-Erbe. Und lerne seit einem Jahr Trompete. Denn früher war sie Sängerin bei den „Ulmer Spatzen“ und spielt Cello.

Rund 110 junge Musikerinnen und Musiker spielen im Nachwuchsorchester und im Großen Orchester der JBU: „Das sind sehr gute Zahlen“, sagt Weiss. Neu ist das „Miniwind“-Orchester der Musikschule für Fünft- und Sechstklässler, das gewissermaßen eine Lücke schließt von den Bläserklassen in den Grundschulen zum JBU-Nachwuchsorchester. „Die Zusammenarbeit mit der Musikschule ist super“, erklärt Weiss, der bei der Stadt Ulm angestellt ist. Die JBU ist eingebettet in die Musikschule, deren Fachlehrerschaft viele Talente ausbildet.

Konzert im Juni in Luzern

Was sind die nächsten Projekte? „Konzertreisen sind wichtig für das Gemeinschaftsgefühl“, sagt Weiss, auch an Wettbewerben wolle man wieder teilnehmen. Am 21. Juni spielt die JBU auf Einladung des Jugendblasorchesters Luzern im dortigen Kultur- und Kongresszentrum, dem von Architekt Jean Nouvel gebauten KKL: einem der berühmtesten und besten Konzertsäle der Welt. „Ein Highlight“, freut sich Weiss. Auf Wunsch der Schweizer produzieren die Ulmer Jugendlichen gerade Interviews für Instagram. „Wir wollen unseren Auftritt auf Social Media komplett neu aufbauen“, kündigt Angelina Botzenhart an.

Im Sommer ist dann auch eine Konzertreise nach Österreich geplant, nach Wien, ins Burgenland. Europa ist angesagt. „Nein, wir fahren nicht in die USA“ – das sei politisch zu unsicher und problematisch wegen der verschärften Einreisebestimmungen. Fernweh? Die JBU spielt jetzt erstmal Satoshi Yagasawas „Hymn To The Sun“ oder auch Klaus Badelts „Fluch der Karibik“ beim Gemeinschaftskonzert mit der Stadtkapelle Ulm.

Quelle: Südwest-Presse Ulm
Autor/in: Jürgen Kanold
Datum: 22.04.2026


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