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Spatzenchor und JBU lassen Weihnachten erklingen

Foto: Ralf Hinz

Die jungen Musikerinnen und Musiker gaben am Wochenende ihr traditionelles Weihnachtskonzert. Zwei Mal war die Pauluskirche dafür ausverkauft.

Zweimal hintereinander war die Pauluskirche ausverkauft, und das Publikum erlebte hochklassige Gemeinschaftskonzerte der beiden Ulmer Aushängeschilder Spatzenchor und Junge Bläserphilharmonie. Deren traditionelle Weihnachtskonzerte am dritten Advent brachten in diesem Jahr bei den Chören der Spatzen technisch schwierige und auch experimentelle Stücke. Bei der JBU stellte sich Dirigent Lukas Weiss mit viel Schwung und Begeisterungsfähigkeit vor.

Anfang und Ende dieser Ulmer Traditionseinrichtung bilden quasi ein Ritual: der festliche Auftakt durch Bläser von oben, oberhalb des Chorraums, und das Ende – Engelbert Humperdincks „Abendsegen“ aus Hänsel und Gretel sowie das vom Publikum mitgesungene Weihnachtslied „O du fröhliche“.

Dazwischen hatte Spatzenchor-Leiterin Salome Rebello Werke für ihre Chöre ausgewählt, die teils sogar solistischen a-cappella-Gesang verlangten. Die Stücke zeigten die enorme Bandbreite des Könnens – vom zeitgenössisch gesetzten Adventslied „Veni, veni Emmanuel“, das seinen Ursprung in den frühen Klöstern der Zeit der Karolinger und Ottonen hat, über spätmittelalterliche Weihnachtsweisen bis hin zu „Shimmering“, einem Stück des norwegischen Neoklassikers Ola Gjeilo nach einem Text von Hildegard von Bingen.

Ein echtes Klangerlebnis war das irische „Jerusalem“, bei dem die Sängerinnen des Jugendchors den gesamten Kirchenraum mit Klang füllten, indem sie gehend sangen. Manche Ulmer Anspielung war zu erkennen – so Johann Sebastian Bachs „Brich an, du schönes Morgenlicht“ in einem Satz, den der frühere Spatzen-Leiter Hans de Gilde und Kirchenmusikdirektor Andreas Weil gemeinsam geschaffen haben. Oder auch das Lied „I Lift My Eyes“ des zeitgenössischen Komponisten Bob Chilcott, der den Spatzen bereits mehrere Werke widmete.

Den Part, den im ersten Teil die jüngsten „Spatzen“ übernommen hatten, füllten beim späteren Konzert die „Passerelles“, ehemalige Sängerinnen und Sänger des Chores, die unter anderem mit Maurice Duruflés Chorwerk „Notre père“ erfreuten.

Keinerlei Nachwuchsmangel herrscht auch bei der JBU, deren Nachwuchsorchester unter der Leitung von Lukas Weiss in einem Medley „Christmas Around the World“ feierte. Das Große Orchester ließ mit „Across the Stars“ des amerikanischen Komponisten John Williams aufhorchen – und noch mehr mit dem Konzertwerk „Hymn to the Sun – with the Beat of Mother Earth“ des japanischen Komponisten Satoshi Yagisawa.

Bei der beliebten „Petersburger Schlittenfahrt“ galoppierten die Pferde förmlich, und die Peitschen knallten – so viel Schwung war selten. Starker, lang anhaltender Applaus!

Quelle: Neu-Ulmer Zeitung (NUZ)
Autor: Dagmar Hub
Datum: 16.12.2025


Es weihnachtet wirklich sehr

Foto: Ralf Hinz

Ein „Weihnachtszauber“ im Theater Ulm und bejubelte Weihnachtskonzerte der Ulmer Spatzen und der Jungen Bläserphilharmonie Ulm

„Macht hoch die Tür, die Tor macht weit“ – ja klar, deutet das uralte Kirchenlied an, demnächst kommt der Herr der Herrlichkeit. Aber an diesem dritten Adventswochenende war das in Ulm auch die einladende Devise zahlreicher Veranstalter – und das Publikum strömte.

So führten der Stuttgarter Kammerchor und das Stuttgarter Barockorchester unter Frieder Bernius in St. Elisabeth Johann Sebastian Bachs Weihnachtsoratorium auf, den Festtage-Klassiker. Und in der Pauluskirche waren die Wiener Sängerknaben zu Gast und hatten auch Melodien des vor 200 Jahren geborenen Walzerkönigs Johann Strauß im Gepäck.

Aber was heißt hier „macht hoch die Tür“? Restlos ausverkauft war der „Weihnachtszauber“ im Theater Ulm. Und gleich zweimal hintereinander musizierten am Sonntag die Chöre der Ulmer Spatzen und die Junge Bläserphilharmonie Ulm (JBU) vor jeweils rund 850 begeisterten Zuhörerinnen und Zuhörern ihr Weihnachtskonzert zugunsten der Aktion 100 000 und Ulmer helft in der Pauluskirche.

Dort wurde der größte Chor gebildet: beim gemeinsamen „O du fröhliche“. Aber im Theater waren es auch über 800 Akteure in den Zuschauerreihen, und die hatten mehr zu tun: Hans de Gilde, der frühere „Spatzen“-Dirigent, erzählte nicht nur von niederländischen Weihnachtsbräuchen, sondern animierte – auch mithilfe des Extrachors des Theaters – das Publikum zum Mitsingen, etwa beim Kanon „Mache dich auf und werde Licht“ und bei „Jingle Bells“.

„Weihnachtszauber“: Das war ein lockeres Unterhaltungsprogramm, originell zusammengebaut mit den vorhandenen Ensemblekräften, ohne Orchester, aber mit Vincenzo De Lucia am Klavier. Christel Mayr eröffnete den Abend besinnlich am Akkordeon mit „Es wird scho glei dumpa“.

Dann wurde es auch lauter: mit einer Percussion-Battle, einem frechen Weihnachtsrap mit Vincent Furrer, Adele Schlichter und Nemanja Lekovic oder dem von I-Chiao-Shih und Markus Francke gesungenen Schlager „Feliz Navidad“. Cornelius Burger begeisterte mit einem basstiefen „White Christmas“. Und anderes mehr – auch ein Tanztheater-Quartett, das als Running Gag mit „Nussknacker“-Variationen auftauchte.

Intendant Kay Metzger und Schauspieldirektorin Marlene Schäfer, chic kostümiert, moderierten und zelebrierten die Show mit viel Witz, Spontaneität und Backstage-Infos, auch gab’s einen Weihnachtspullover-Contest. Das dauerte dann alles fast zweieinhalb Stunden. Großer Beifall, gute Stimmung. Glitzernde Verpackung, sehr nette Bescherung – es hätte aber noch etwas mehr musikalischer Inhalt sein dürfen.

„Feliz Navidad“, José Felicianos Latin-Hit, sorgte auch beim Weihnachtskonzert in der Pauluskirche für lässige Euphorie – in gleich zwei Versionen. Aber dieses adventliche Gipfeltreffen der Ulmer Nachwuchskräfte bot noch sehr viel mehr. Die Liste der musikalischen Präsente lässt sich nicht annähernd aufzählen: vom schön schlicht gesungenen „Brich an, du schönes Morgenlicht“ bis zur klangspektakulären „Hymne an die Sonne“ des Großen Orchesters der JBU.

Ein Riesenaufgebot: am frühen Nachmittag mit dem Vorchor der Spatzen, danach mit dem stark besetzten Kammerchor Les Passerelles. Salome Rebello, die Leiterin der Spatzenchöre, zeigte mit dem Jugendchor ein beeindruckend vielfältiges Repertoire: von Bachs „Wir eilen mit schwachen, doch emsigen Schritten“ oder Bob Chilcotts „I Lift My Eyes“ bis Ola Gjeilos „Shimmering“. Altes, Modernes, Populäres, Anspruchvolles – mit ruhiger, klarer Hand dirigiert. Mit dabei auch Hannes Kalbrecht am Klavier und verschiedene Instrumentalsolisten.

Was nicht zu überhören war: das nationale Top-Niveau des Jugendchors, der voluminöse, homogene Klang (mit erstklassig besetztem hohen Sopran).

Und dann war dieses Weihnachtskonzert das furiose Debüt von Lukas Weiss, dem Nachfolger von Josef Christ am Dirigentenpult der Jungen Bläserphilharmonie Ulm. Das Nachwuchsorchester zündete sofort die Kerzen an, mit „Christmas Around The World“ und „Feliz Navidad“: wuchtig. Mächtig auch die „Fanfare“ von Jacques-Nicolas Lemmens und „Across The Stars“ von John Williams, gespielt vom Großen Orchester.

Mit „Hymn To The Sun – With The Beat of Mother Earth“ von Satoshi Yagisawa, einem JBU-Vorzeigestück, brachte Weiss dann nicht nur die Mutter Erde, sondern auch die Pauluskirche zum Beben. Die Vokalisen der seligen Melodie mussten die Musikerinnen und Musiker nicht allein intonieren – die Spatzen sangen mit.

Noch eine rasante, platzkonzertmäßig deftige „Petersburger Schlittenfahrt“. Und dann war Weihnachten: zumindest wurde der „Abendsegen“ von Engelbert Humperdinck erteilt. Diese Zugabe ist und bleibt das klangschönste Bild des musikalischen Ulmer Jahres.
„Vierzehn Engel bei mir stehn“. Himmlisch. Standing Ovations.

Quelle: Südwest-Presse Ulm
Autor: Jürgen Kanold
Datum: 15.12.2025


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